Mut zum Risiko

Nach dem Ergebnis einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bankenverbandes zum Sicherheits- und Risikoempfinden der Bevölkerung, scheuen die Deutschen eher das Risiko und sind auch mit Blick auf den wissenschaftlichen Fortschritt skeptisch.

„Fortschritt und Innovation sind Voraussetzung für unseren Wohlstand – und ohne Risiko nicht zu haben“, so Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, mit Blick auf die Daten. Sicherheitsbedürfnis und Risikobereitschaft müssten in der Gesellschaft stets neu ausbalanciert werden. Natürlich verzichte niemand gern auf Sicherheit, und das Risiko, das gerade noch eingegangen werden könne, hänge immer auch vom betreffenden Gegenstand ab. „Dennoch gehören zur Freiheit einer Gesellschaft, die sich weiterentwickeln und sich im Wettbewerb bewähren muss, notwendigerweise immer auch die Freiheit und der Mut zum Risiko.“

In Deutschland verbindet nur jeder fünfte Befragte „wissenschaftlichen Fortschritt“ mit mehr Sicherheit, während über ein Drittel „mehr Risiko“ befürchtet und die restlichen Befragten unentschieden sind. Obwohl die Begriffe „Fortschritt“ und „Wissenschaft“ auf allgemeiner Ebene von den Befragten positiv bewertet werden, dreht sich das Bild, sobald Risiken ins Spiel kommen: 44 Prozent der Deutschen wollen gar auf wissenschaftlichen Fortschritt ganz verzichten, wenn „es dabei auch nur ein geringes Risiko“ für den Menschen gibt.

Offensichtlich haben die Deutschen zudem ein sehr ambivalentes Verhältnis zur Risikobereitschaft. 57 Prozent der Befragten halten es zwar für wichtig, „auch einmal etwas zu riskieren“, aber unter 22 abgefragten Schlagworten zu Dingen, die „im Leben wichtig sind“, landet die „Risikobereitschaft“ mit 9 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz. Eine gute „finanzielle Absicherung“ (76 Prozent) oder ein „sicherer Arbeitsplatz“ (68 Prozent) finden sich hingegen auf den vorderen Rängen. Zeitreihendaten belegen dabei, dass die Risikoaversion der Deutschen in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich zugenommen hat. Äußerten 1993 „nur“ 43 Prozent der Befragten zu dem Begriff „Risiko“ eine spontane negative Reaktion, liegt dieser Anteil heute bei 60 Prozent.

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